Über Kunst und Künstler

Erklärungsversuche:

Kunst findet in der den Erdball überziehenden Zivilisation überall dort statt, wo in ihr und häufig auch ihr zum Trotz gelebt wird, und das Leben ist sogar überall dort zu Hause, wo der Mensch unbewusst oder bewusst zu seiner Eindämmung die Raster seines Unverstandes ausgebreitet hat. Es geht dagegen an, und das liegt in der Natur alles Lebendigen wie in der des Menschen auch – trotz seiner Unvollkommenheit. Das künstlerische Tun, das in diesem Sinne Bilder-Machen z. B., ist seine besondere Fähigkeit, auch im Chaos, selbst im „nur“ geistig durchlittenen, in einer neuen (ästhetischen) Ordnung einen Halt zu finden …

(aus einer Rede über junge Künstler, 2001)

Die Natur, alle Materie in der Wandelbarkeit ihrer Erscheinungen, einschließlich der lebendigen samt Mensch, ist voller Gestalt und Gestalten – es liegt am Künstler, ihrer chaotischen Seele die Ordnung zu entreißen und sichtbar zu machen, damit Menschen oder zumindest er selbst, besser in ihr leben können. Hierin ist er dem Wissenschaftler verwandt – der eine will alles sehen und neu gestalten, der andere alles wissen und verbreiten… Um gestern wie heute Maler zu sein, genügt es, das Sichtbare mit dem Gewußten zu verbinden, auf untrüglich seltsame, eben eigene Art; in der Regel genügen hierzu ein kleines Stück Erde und ein großer innerer Horizont. …

(aus einem Text über den Maler Matthias Wegehaupt, 2013)

M. Wegehaupt: IM 21. JAHRHUNDERT I; Acryl/Öl a. LW, 115×160 cm, 2014

Als Einstieg vorerst folgende Publikationen als lesbare Einzelbeispiele:

SEHNSUCHTSZIEL UND ZUFLUCHTSORT? Das Land an und unterhalb der Küste in der ehemaligen DDR – veröffentlicht in Meer, Strand und Himmel als Sehnsuchtsziel und Zufluchtsort der Künstler seit Edvard Munch“, hrsgg. v. Eckhardt Gillen bei HINSTORFF, 2005

DIE KUNST DER COLLAGE – die kunsthistorische Bedeutung ihrer Methode und
26 Einzelpositionen aus Mecklenburg-Vorpommern (Ausstellung und Katalog, KUNSTRAUM TESTORF; 2010)