Ausstellungen

Mein Traum vom selbstbestimmten Ausstellen von mir als wichtig und gut erkannter künstlerischen Positionen in einer eigenen Galerie erfüllte sich zuerst mit der Galerie am Schlossberg in Gadebusch, deren Leiter ich von 1986-90 war (10 Ausstellungen pro Jahr!). Viel später dann mit meinem KUNSTHAUS REHNA von 2004-07, mit dem ich etwa gleichzeitig ca. 70 Künstler und Kunsthandwerker (einschließlich Modedesign) aus dem ganzen Bundesland und darüber hinaus vertrat, pro Jahr etliche Personal- und Gruppenausstellungen veranstaltete, auch in größeren auswärtigen Räumen, wie z. B. auf Schloss Plüschow (Begegnung der Generationen I + II, 2006 und 2007) oder in und an der Rehnaer Kirche (KREUZWEGE, 2004 oder Kunst im Kreuzgang bis 2007)…


Vorher meinte ich, mich in der Landeshauptstadt ansiedeln zu müssen, entwickelte Konzepte für ein KUNSTHAUS SCHWERIN oder gar, angeregt durch eine Leipziger Initiative, für ein KUNSTKAUFHAUS SCHWERIN, in welchem ich auf großer Fläche alle aus meiner Sicht wesentliche Kunst aus Mecklenburg und Vorpommern zu vermarkten trachtete. Dies scheiterte leider, einerseits aus mangelnder eigener Wirtschaftskraft, aber anderseits auch aus mangelndem Interesse seitens der Stadt Schwerin und fehlender Partner in der Wirtschaft. Geblieben sind einige Grundgedanken dazu, die ich im Jahr 2000 unter dem Titel Über die Notwendigkeit des Aufbruchs in einen neuen Kunstmarkt aufschrieb:

Die Idee eines KUNST-KAUFHAUSES ist bisher von mir nur im Ansatz entwickelt worden. Ihr konsequentes Weiterdenken oder gar Realisieren würde nach meiner Auffassung Kunst  selbst und ihre Begrifflichkeit sowohl von ihrer ängstlichen Verhaftung im „Mittelalter“ als auch der Scheinemanzipation des vergehenden Jahrhunderts befreien. Jene wird (eben nur scheinheilig) von jenen selbsternannten „Heiligen“ bzw. deren Handlangern immer wieder in neuer Form verkündet, die in absurden Zahlen einen sogenannten Kunstmarkt bestimmen, der absichtsvoll verschweigt, dass es eine Entwicklung gegeben hat: Dass auch die bildende Kunst längst ein massenhaftes und weiter wachsendes Produzentenheer aufweist, in dem die einzelnen Künstler weltweit Ware  zwar in der Regel noch einzeln aber in der Summe eben mittlerweile massenhaft produzieren. Und es ist auch nicht die daraus erwachsende, sich ständig steigernde Vielfalt der  Erscheinungsweise bildender Kunst, die sie vom heutigen Industrieprodukt unterscheidet, sondern allein die im Einzelstück auf das Individuum zurückverfolgende Herkunft. Die „Massenware“ Kunst (der Begriff ist hier nicht abwertend gemeint) muß auch massenhaft verkauft werden, sonst verkümmert sie zur toten Ware und ihre Produzenten verelenden.

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass von ihrer Arbeit nur relativ wenige Künstler leben können, was nicht weiter bejammert werden müßte (weil es die vielen Nichtkünstler, die es – trotz Beuys – noch geben soll, auch nicht leichter haben) wenn denen nicht national wie weltweit jeweils nur eine Handvoll Artisten gegenüberstünde, deren Produkte zumeist in New York zum Fetisch erklärt werden, für die einzelne Verrückte und später bei Staatsaufträgen die Steuerzahler wahnsinnige Preise zahlen. Qualität und Wert von Kunstwerken werden längst nicht mehr oder zumindest kaum noch empirisch in vergleichender kunsthistorischer Methode ermittelt, die Wissenschaft gebärdet sich hilflos oder in parasitärer Hinterlist, Museumsdirektoren verkommen zu Fetischsammlern und ihre Häuser zu Event- oder Operettenbühnen, ohne dass die „Einspielergebnisse“ wenigstens dies immer rechtfertigten.

Die vielen wirklich guten Künstler sitzen derweil in ihren Ländern auf der praktisch unverkäuflichen, zu häufig tausenden Einzelstücken gestapelten „Ware“ Kunst im Atelier, weil es keinen Binnenmarkt für sie gibt. Man streckt sich, wer kann und weiß, nach Staatsaufträgen – in der Regel „Kunst am Bau“ oder „lebt“vom Partner… .

Nun, zurück zur Gegenwart: Ich habe das in 20 Jahren (natürlich) alles leider nicht ändern können, mir aber in den letzten 10 gemeinsam mit meiner Frau trotzdem und wiederum Mühe gegeben, durch Ausstellungen und Projekte unabhängige Zeichen zu setzen für eine lebendige Kultur zum Nutzen der vielen Künstler und Kunstfreunde in diesem Land:

Siehe unter www.kunstraum-testorf.de – hier auch meine aktuelle Präsenz als Kurator und Fotograf

Ausstellung ERINNERN UND TRÄUMEN mit Wieland Schmiedel, Anke Meixner, Ulrich Rudolph, 2020
HERBSTLEUCHTEN I; Foto: U. Rudolph, 2019
Aktuelle Ausstellung BILDER zur ZEIT mit Ingmar Bruhn, Sonja Eschefeld und Matthias Wegehaupt (bis 27.06.21) – ab 10. Juli wird diese Ausstellung modifiziert fortgesetzt und ergänzt mit aktuellen Papierarbeiten von Anke Meixner und Fotografien von mir.